Bewerbungsgespräch – die 10 häufigsten Fragen

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Es gibt Fragen, die tauchen mit hoher Wahrscheinlichkeit in jedem Bewerbungsgespräch auf. Doch was bedeuten diese Fragen und wie beantwortet man diese bestmöglichst?

Die Einladung zum Vorstellungsgespräch ist für Sie die einmalige Chance, beim potenziellen Arbeitgeber bzw. Personalberater zu punkten. Dabei gilt es, sich gründlich auf die Fragen des Interviewers vorzubereiten.

Neben dem Gesamteindruck und natürlich Ihrer Qualifikation sind die Fragen im Vorstellungsgespräch entscheidend – oder vielmehr Ihre Antworten.

Dabei will man so viel wie möglich über Sie erfahren: Persönlichkeit, Charakter, Gewohnheiten, Vorlieben, Motivation, Stärken und Schwächen und vieles mehr. Jeder Frage-/Antwortkomplex ist wie ein Mosaiksteinchen, das sich in das Gesamtbild fügt. Bei allem Erfindungsreichtum der Personaler gibt es eine Reihe von Fragen, die nahezu jeder Bewerber zu hören bekommt.

Hier eine Auswahl der häufigsten Fragen, die in Bewerbungsgesprächen gestellt werden, sowie wertvolle Empfehlungen für die Beantwortung.

Erzählen Sie uns/mir etwas über sich

Leitet Ihr Interviewer das Gespräch damit ein, er wolle Ihnen einige „Fragen“ stellen, und sagt er dann „Erzählen Sie mir etwas über sich…“, sollten Sie auf keinen Fall erwidern: „Genau genommen ist dies keine Frage“. Damit hätten Sie das Spiel bereits verloren.

Spitzfindigkeiten eines Oberschlauen sind im Vorstellungsgespräch fehl am Platz – und übrigens nicht nur hier.

Auf die Aufforderung „Erzählen Sie…“ sollte keine überlange Erzählung vom Tag Ihrer Geburt bis heute folgen, es geht nicht darum, Ihre Biografie zu präsentieren. Der Gesprächspartner möchte wissen, ob Sie in der Lage sind, die Eckpunkte herauszufiltern, welche Eckpunkte dies sind, und was für Sie von Bedeutung ist. Machen Sie sich aber auf Unterbrechungen gefasst. Ein Nachhaken mit „warum?“ und „können Sie das näher erklären?“ ist nicht ungewöhnlich und dient vor allem dazu festzustellen, ob Sie „Ihr Thema“ beherrschen und ob Sie sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.

 

Tipp für die Vorbereitung:

  • Erstellen Sie ein 2-3 Minuten Selbstdarstellungsprofil. Woher kommen Sie, Ausbildung, berufliche Laufbahn und Zielvorstellungen. Wenn Sie in Ihrem Selbstdarstellungsprofil sattelfest sind, dann können Sie auch Unterbrechungsfragen nicht aus dem Konzept bringen und Sie können danach wieder dort anknüpfen, wo Sie unterbrochen wurden.
  • Simulieren Sie – am besten laut oder idealerweise mit einem Bekannten, der die Rolle des Interviewers spielt – die Antwort auf die Aufforderung, ein wenig „von sich zu erzählen“.
    Stoppen Sie die Zeit dafür ohne Unterbrechungen mit. Kürzen Sie, wenn notwendig, Ihre Selbstdarstellung.
  • Parallel dazu ist es aber auch notwendig, ausführlichere Erklärungen zu den einzelnen Stationen bei Bedarf parat zu haben

Was haben Sie zwischen … und … gemacht ?

Der Personaler spricht Sie auf eine Lücke in Ihrem Lebenslauf an: Bleiben Sie ruhig und freundlich. Wenn ihn das stören würde, hätte er Sie nicht zu einem Gespräch eingeladen.

Die Fehlzeiten im eigenen Lebenslauf mit kleinen Schwindeleien oder gar Lügen zu füllen, ist keine gute Lösung, denn früher oder später wird der Schwindel aufgedeckt. Zielführender ist es, die fehlenden Zeitabschnitte positiv und nachvollziehbar zu erklären.

Beispiele: Vermeiden Sie das Wort „arbeitslos“, sagen Sie lieber „arbeitssuchend“. War die Zeit ohne Beschäftigung länger, so ist es sicher sinnvoll zu erläutern, dass Sie die Zeit genutzt haben, um beispielsweise Fremdsprachen- oder PC-Kenntnisse zu vertiefen.

Auch ein längerer Auslandsaufenthalt wird positiv gewertet, denn er bringt zusätzliche Erfahrung fürs Leben. Auch die Angabe von Eltern- oder Pflegezeiten im Familienkreis wird heute als Pluspunkt verbucht. Schlussendlich werden heutzutage „Zeiten der Neuorientierung“ in der Regel auch nicht mehr argwöhnisch betrachtet, sondern als wertvolle Erfahrung gesehen.

 

Tipp für die Vorbereitung:

  • Bereiten Sie positive und nachvollziehbare Erklärungen für Lücken vor. War diese Zeit länger, so versuchen Sie die Erklärung dafür bereits in Ihr Selbstdarstellungsprofil einzubauen
  • Bedenken Sie : Irgendeine Stelle zu finden ist nicht schwierig, aber die richtige Aufgabe zu finden, erfordert Zeit, Geduld und Sorgfalt

Warum haben Sie sich bei uns beworben ?

Hier geht es in erster Linie darum festzustellen, ob Sie als Bewerber die Hausaufgaben gemacht haben. Wenn Sie sich im Vorfeld mit der Firmengeschichte, der Firmenpolitik, den Leitlinien und der Vision befasst haben (über die Website, Imagebroschüren, sonstige Publikationen…), können Sie eine Verbindung zu den Schwerpunkten in Ihrer Qualifikation und Stärken herstellen.

Kennen Sie im Vorfeld die Firma nicht, dann bereiten Sie sich zumindest in Bezug auf die in der Ausschreibung geforderten Qualifikationen und Fähigkeiten vor, um diese mit Ihren Stärken in Verbindung zu bringen. Studieren Sie die Ausschreibung auch nach weiteren Angaben sorgfältig. Idealerweise haben Sie alle relevanten Punkte auch schon in Ihr vorangegangenes Motivationsschreiben verpackt.

Ein junges, innovatives Unternehmen ist z.B. für Sie der ideale Arbeitgeber, wenn Sie sich als kreativen Marketingspezialist sehen, der gerne eigene Ideen einbringt und umsetzt. Nur die Aussage, dass Sie die ausgeschriebene Aufgabe als interessant erachten, versteht sich von selbst – sonst hätten Sie sich ja nicht beworben.

 

Tipp für die Vorbereitung:

  • Arbeiten Sie alles, was Sie über die Firma bekommen können, konsequent durch und notieren Sie das, was diese Firma ausmacht
  • Verbinden Sie damit Ihre passenden Stärken und bisherigen Leistungen etc.
  • Suchen Sie nach persönlich interessante Tatsachen der Firma, die Sie als Motivator empfinden

Aus welchem Grund wollen Sie Ihren derzeitigen Arbeitgeber verlassen?

Ziel dieser Frage ist zu ermitteln, ob Sie als Arbeitnehmer Durchhaltevermögen haben oder rasch die Flinte ins Korn werfen und lieber einen neuen Job suchen, sobald sich Schwierigkeiten oder Unannehmlichkeiten ergeben. Ebenso könnten Konflikte an Ihrem bisherigen Arbeitsplatz die Ursache für Ihren Wunsch nach einem Wechsel sein. Dies sollten Sie auf keinen Fall erwähnen oder schwächen Sie ab. Vermeiden Sie es, Differenzen mit Ihrem Vorgesetzten zu erwähnen.

Beantworten Sie diese heikle Frage kurz und knapp. Wenn es sich um eine Restrukturierung handelte, machen Sie dies deutlich. Falls zutreffend, sagen Sie, dass Ihr Ausscheiden im Rahmen einer Organisationsänderung erfolgt. Dann verlassen Sie das Thema.

Erklären Sie, dass Sie sich neue berufliche Ziele gesetzt haben sowie neue Herausforderungen suchen, und gehen Sie gezielt auf einzelne Punkte des in der Stellenausschreibung genannten Aufgabengebiets ein.

 

Tipp für die Vorbereitung:

  • Gehen Sie die Stellenausschreibung systematisch durch und filtern Sie 2-3 Kernpunkte heraus
  • Formulieren Sie konkrete Ziele, die zu diesen Punkten passen

Was wissen Sie über unser Unternehmen ?

Auch hier geht es darum zu prüfen, wie intensiv Sie sich mit Ihrem potenziellen Arbeitgeber im Vorfeld befasst haben.

 

Tipp für die Vorbereitung:

  • Sammeln Sie im Vorfeld alle Informationen zum Unternehmen
  • Strukturieren Sie die gesammelten Daten: Branchen, Firmenhistorie (Eckpunkte), Philosophie, Produktpalette, Dienstleistungsangebot, Wirtschaftskennziffern usw.
  • Markieren Sie Wichtiges mit einem Leuchtmarker, um es hervorzuheben

Was möchten Sie in drei (oder mehr) Jahren erreicht haben?

Der Personaler will mit dieser Frage erkunden, inwieweit Sie sich Gedanken über Ihre Zukunft machen, ob Sie Perspektiven entwickelt haben und Pläne haben.

Wichtig wäre jedoch hervorzuheben, dass sich Ihr „Plan“ mit den Vorstellungen des Unternehmens deckt. Dabei müssen Sie jedoch auch zum Ausdruck bringen, dass Sie flexibel und für „Interessantes offen“ sind. Bleiben Sie auf jeden Fall realistisch in Ihrer Antwort. Sprechen Sie davon, dass Sie zuerst die Arbeit machen wollen, für die Sie sich bewerben, dann erst sprechen Sie über langfristige Ziele.

 

Tipp für die Vorbereitung:

  • Skizzieren Sie Ihren 3 (oder mehr) Jahresplan auf einem Zeitstrahl
  • Halten Sie die Eckpunkte fest
  • Stellen Sie die Verbindung zu konkreten Punkten aus der Beschreibung des Aufgabengebiets her

Auch wenn Sie nicht der Typ für längerfristige Planungen sind, ist es möglicherweise auch für Sie selbst reizvoll, ein paar Minuten darüber nachzudenken, wohin der berufliche Weg gehen könnte bzw. soll.

Warum denken Sie, die richtige Person für diese Stelle zu sein?

Mit dieser beliebten Frage will der Personaler sehen, wie Sie reagieren. Bewahren Sie auf jeden Fall Ruhe, Sie sind ja vorbereitet! Erwähnen Sie Ihre Qualifikation, wichtige Aspekte Ihres Profils und stellen Sie dabei die Verbindung zu einzelnen Punkten des ausgeschriebenen Aufgabengebiets her.

Dabei können Sie auch sagen, dass Sie sich mit der Firmenphilosophie des Unternehmens identifizieren.

 

Tipp für die Vorbereitung:

  • Gehen Sie die Stellenausschreibung systematisch durch und notieren Sie die einzelnen Punkte des Anforderungsprofils in tabellarischer Form auf der linken Seite eines Blattes.
  • Prüfen Sie bei jedem Punkt, was Sie dazu jeweils zu bieten haben.
  • Das Ergebnis tragen Sie dann jeweils in die rechte Seite Ihrer Tabelle ein.

Je mehr Punkte der Anforderungsliste aus der Anzeige mit einer Entsprechung aus Ihrem Kompetenzkonto versehen sind, desto grösser ist die Chance, dass die ausgeschriebene Stelle für Sie in Frage kommt. Dies sollten Sie dann so präzise und sachlich wie möglich darlegen.

Unterstreichen Sie diese Punkte durch die Schilderung von Erfolgsbeispielen Ihrer beruflichen Laufbahn. Wenn Sie wissen wollen, wie Sie bei der Erstellung von Erfolgserlebnissen am besten vorgehen, dann kontaktieren Sie mich unverbindlich!

Was sind Ihre persönlichen Stärken und Schwächen?

Formulieren Sie 3 oder 4 Stärken, die in engem Bezug zu den Anforderungen des Unternehmens stehen. Persönliche Stärken können auch von Erfolgsbeispielen abgeleitet werden oder in einer Coaching-Stunde mit dem Schwerpunkt Ressourcen erarbeitet werden.

Beantworten Sie die Frage nach den Schwächen mit der Nennung einer Ihrer Stärken, die sich, wenn sie zu stark ausgeprägt ist, als hinderlich erweisen und in eine Schwäche umschlagen kann. So könnten Sie z.B. sagen: „Ich übernehme Verantwortung und bin zuverlässig, gleiches erwarte ich auch von meinen Mitarbeitern und Kollegen. Mir ist aber bewusst, dass dies auch angesprochen werden muss, weil man es nicht als Selbstverständlichkeit voraussetzen darf“. Vermitteln Sie jedenfalls, dass Sie sich mancher Schwächer bewusst sind und dass Sie diese aber auch unter Kontrolle haben.

Vermeiden Sie, emotional oder defensiv zu antworten. Sie haben aus den Fehlern gelernt und Ihr Verhalten geändert. Stellen Sie sich nicht als unfehlbar dar. Eine allzu ausgeprägte Ehrlichkeit könnte aber auch schaden. Meiden Sie abgedroschene Antworten wie „ich bin ungeduldig“ oder „ich neige zu Perfektionismus“ – das bekommen die Personaler tagtäglich zu hören.

 

Tipp für die Vorbereitung:

  • Formulieren Sie 3 oder 4 Stärken, die in engem Bezug zu den Anforderungen des Unternehmens stehen. Persönliche Stärken können auch von Erfolgsbeispielen abgeleitet werden oder in einer Coaching-Stunde mit dem Schwerpunkt Ressourcen erarbeitet werden.
  • Beantworten Sie die Frage nach den Schwächen mit der Nennung einer Ihrer Stärken, die sich, wenn sie zu stark ausgeprägt ist, als hinderlich erweisen und in eine Schwäche umschlagen kann. So könnten Sie z.B. sagen: „Ich übernehme Verantwortung und bin zuverlässig, gleiches erwarte ich auch von meinen Mitarbeitern und Kollegen. Mir ist aber bewusst, dass dies auch angesprochen werden muss, weil man es nicht als Selbstverständlichkeit voraussetzen darf“. Vermitteln Sie jedenfalls, dass Sie sich mancher Schwächer bewusst sind und dass Sie diese aber auch unter Kontrolle haben.
  • Vermeiden Sie, emotional oder defensiv zu antworten. Sie haben aus den Fehlern gelernt und Ihr Verhalten geändert. Stellen Sie sich nicht als unfehlbar dar. Eine allzu ausgeprägte Ehrlichkeit könnte aber auch schaden. Meiden Sie abgedroschene Antworten wie „ich bin ungeduldig“ oder „ich neige zu Perfektionismus“ – das bekommen die Personaler tagtäglich zu hören.

Was stört Sie am meisten an anderen Menschen und wie gehen Sie damit um?

Seien Sie vorsichtig und beantworten Sie diese Frage mit Bedacht. Ebenso wenig sollten Sie die Antwort auf sich beziehen (z.B.: „Ich kann es nicht leiden, wenn man mich unterbricht“).

Themen, die zur Kategorie „Peinliches“ sowie aktuelle politische oder sozialkritische Themen sollten Sie vermeiden, Sie könnten sich ungewollt aufs Glatteis begeben.

Versuchen Sie Punkte zu nennen, die interessant, wichtig und doch unverfänglich sind (z.B. Intoleranz gegenüber anderen, mangelndes Engagement, etc.).

 

Tipp für die Vorbereitung:

  • Notieren Sie sich 2-3 Punkte
  • Überlegen Sie sich eine glaubwürdige Begründung
  • Skizzieren Sie, wie Sie damit umgehen und wählen Sie ein passende Formulierungen (z.B. „Ich habe gelegentlich Schwierigkeiten mit … klarzukommen“
  • Vermeiden Sie dabei allzu harte Formulierungen

Was würden Sie gerne verdienen?

Unternehmen wollen Ihr bisheriges Einkommen feststellen, um sicher zu gehen, dass Sie für die Position passen und dabei eventuell noch etwas Geld sparen können. Wenn Sie sagen, dass Geld für Sie nicht wichtig ist, wird man Ihnen wahrscheinlich nicht glauben. Ihre beste Antwort ist eine Gegenfrage: „Was ist der Gehaltsrahmen für so eine Position in Ihrem Unternehmen?

Wenn man insistiert, können Sie antworten: „Im letzten Jahr lag mein Einkommen bei € x.xxx. Überlegen sie aber schon vorher, welchen Gehaltsrahmen Sie anstreben.

 

Tipp für die Vorbereitung:

  • Informieren Sie sich über das branchenübliche Gehaltsniveau
  • Berücksichtigen bei der Nennung Ihres Gehaltswunsches auch, ob es sich um eine kleinere Firma oder einen großen Konzern handelt
  • Nennen Sie wenn nötig eine Bandbreite

Versuchen Sie dem Gegenüber charmant eine Zielbandbreite zu entlocken. Sie sollten allerdings in der Lage sein, Ihre Gehaltsvorstellung z. B. durch Ihre Qualifikation zu begründen. Zeigen Sie sich verhandlungsbereit, bei niederem Einstiegsgehalt ist eventuell am Ende einer erfolgreichen Einarbeitung auch ein Gehaltssprung verhandelbar. 

Wollen Sie Ihren beruflichen Weg finden und die Chancen in einem Bewerbungsgespräch steigern?